Projektbericht Level 2 Ausbildung zur Fachlehrerin an der Bewegungsschule Viv-Arte® Kinästhetik-Plus Asselfingen, Ulm, München Großhadern

von Verka Schmid, Lehrgang 0808 Ulm


München, den 10. Dezember 2011


1     Einleitung

1.1    Ausgangssituation für Modul 2


Die im Projektbericht Level 1 geschilderte Ausgangssituation war geprägt durch das Interesse von mehreren Stationen unseres Hauses an Fort- und Weiterbildung in Be- zug auf Mobilisation von Patienten und Ressourcen schonendem Arbeiten durch die Pflegekräfte. Bereits bei der Planung der Modul 1 Seminare musste bezüglich der zu schulenden Stationen und der Zahl der Teilnehmer eine Auswahl getroffen werden, um den Arbeitsaufwand  zu begrenzen und weniger Mitarbeiter mit größerer Effizienz zu schulen. Folgerichtig wurde deshalb die weiterführende Schulung bei der Planung der Modul 2 Seminare auf die Mitarbeiter begrenzt, die bereits an den Modul 1 Seminaren teilgenommen hatten. Die Gesamtzahl der in jeweils 3 Seminaren teilnehmenden Mitarbeiter reduzierte sich zudem von ursprünglich 27 Teilnehmern im Modul 1 auf 22 Teilnehmer im Modul 2. Die geplanten zusätzlichen Schulungen im Modul 1 müssen bis auf weiteres zurückgestellt werden.


1.1.1  Mobilisation und Bewegungsförderung in der Pflege

Ein schwieriger Punkt bei Mobilisationshandlungen und Bewegungsförderung scheint mir die Veränderung von Bewegungsgewohnheiten zu sein. Was kognitiv verstanden ist, muss erst durch Bewegungslernen in Handlungskompetenz umgesetzt werden. Dabei steht die Entwicklung der eigenen taktil-kinästhetischen Wahrnehmungsfähigkeit im Vordergrund. Das Erspüren von Bewegungsmöglichkeiten und Steuern von Bewegungsabläufen mit möglichst wenig Kraftaufwand unter Berücksichtigung von Einschränkungen des Patienten erfordert den gleichzeitigen Einsatz mehrerer Sinnsyste- me. Nur durch ständiges Üben und konsequentem Umsetzen am Arbeitsplatz ist man in der Lage diese Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Dabei Fehler zu machen, diese zu reflektieren und korrigieren ist Bestandteil des Lernprozesses.


1.1.2  Standortbestimmung und Erfahrung

Mit Hilfe von Reflexionsfragen über die eigenen Erfahrungen aus Modul 1, den Workshops und der Praxisbegleitung lässt sich eine Standortbestimmung der bisher erreichten und vermittelten Fähigkeiten ermitteln. Dabei dient als Orientierung die Unterteilung in die kinästhetischen Prinzipien und ihre Unterthemen. Für die in Modul 2 angestrebte Vermittlung variantenreicher, an die jeweilige Situation angepasster, Mobilisationshandlungen stellt sich zum Unterthema Bewegungselemente in der Interaktion die Frage inwieweit bereits Bewegungsgefühl für teilaktive Bewegungsunterstützung vorhanden ist. Wie weit ist die Wahrnehmungsfähigkeit des Pflegenden entwickelt? Lässt er z.B. einen teilaktiven Patienten mit der Bewegung beginnen? Ist er in der Lage Bewegungsfehler zu korrigieren? Wie weit sind seine sensorischen Fähigkeiten entwickelt? Spürt er eventuellen Widerstand und inwieweit ist er in der Lage die Bewegungsunterstützung durch Korrektur und Richtungsänderung anzupassen und zu optimieren? Wie verhält er sich, wenn die Fehlerkorrektur nicht gleich zum gewünschten Ergebnis führt? Ist er in der Lage inne zu halten, nochmal auf Widerstand zu achten und den Richtungswechsel zu optimieren? Übernimmt er nur den Anteil an Anstrengung, den der Patient nicht selbst leisten kann? Berücksichtigt er, ob der Patient seine verbalen Instruktionen überhaupt versteht und die Anleitungen umsetzen kann?

 

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2012 Januar Facharbeit VIV-ARTE® Fachlehrerin Level 2 Lehrgang 0808, Frau Verka Schmid
1112 Verka Schmid FLL2.pdf
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